Vielleicht liest das hier jemand und denkt sich: “Wenn die das kann, dann kann ich das auch!”

20/05/2022

9 Minuten Lesedauer

Das Codecools Studierende divers und facettenreich sind, beweist auch Derya Gesierich (30): Sanitäterin, kaufmännische Bearbeiterin und sogar vormals schon Sicherheitsbeauftragte am Flughafen Wien. Als Quereinsteigerin konnte sie schon in vielen Bereichen Erfahrungen sammeln und beweist nun ihr Können in der Full Stack Developer Ausbildung am Codecool Campus in Wien. Damit möchte sie vor allem auch ein Rollenvorbild sein und ihr Statemant ist klar: „Wenn ich das schaffe, dann du auch!“. Aber lest selbst – mich für meinen Teil hat Derya überzeugt!

Erfahrungen Codecool Derya

Was hast du vor deiner Ausbildung zum Full Stack Developer gemacht?

Direkt davor war ich beim Flughafen Wien als Trainerin bei der Sicherheitskontrolle und in der Pandemie habe ich auch die Sanitäter Ausbildung gemacht. Dadurch war ich danach auch Testerin auf der Teststraße am Flughafen und bin nochimmer ehrenamtlich beim roten Kreuz tätig. Aber ich habe auch schon Büroerfahrung – bei einer Bodenmarkierungsfirma war ich Assistentin der Geschäftsführung und habe auch weitere Einblicke in andere Geschäftsbereiche bekommen, wie zum Beispiel in Buchhaltung oder Personalleitung. Ich habe auch schon in Deutschland Erfahrungen bei einer Kreditkartenfirma gesammelt und war kaufmännische Bearbeiterin und sogar lokaler IT-Support für die “IT’ler” im Unternehmen.

Das heißt du hast schon IT- Erfahrung?

Jein. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und unser Helpdesk war in den Niederlanden und es hat immer ewig gedauert, bis sich jemand gemeldet hat und deshalb hab ich selber recherchiert und Lösungen gefunden und die Probleme dadurch selbst gelöst!

Wie bist du dann zu Codecool gekommen?

Ich wollte eigentlich schon immer im IT-Bereich arbeiten. Jedoch war ich ziemlich unsicher, weil ich viele Freunde habe, die in der IT arbeiten und da gibt es nicht wirklich viele Frauen oder Mädchen in den Unternehmen, deshalb hab ich etwas gezweifelt zum Beginn. In der Pandemie wollte ich mich bei meinem letzten Arbeitgeber weiterentwickeln, das ging aber dann leider nicht. Als Resultat wollte halt mein ganzes Leben nicht dort beim Sicherheitsschalter am Flughafen stehen und Leute nach ihren Flüssigkeiten befragen (lacht). Ich habe mich nicht wirklich geistig gefördert gefühlt, deswegen habe ich überlegt was ich gerne mache. Als Teenager hatte ich immer schon großes Interesse an Technik, jedoch habe ich diesen Gedanken damals nicht weiter verfolgt. Dazu kommt, dass ich auch ein sehr ungeduldiger Mensch bin und zusätzlich bin ich doch schon dreißig. Deshalb habe ich mich entmutigt: “Die Ausbildung zum Full Stack Developer dauert nur ein Jahr, das schaffst du!”

Erfahrungen Codecool Derya

Wie kann man sich den Full Stack Development Kurs vorstellen?

Stressig, da bin ich ganz ehrlich. Es gibt abwechselnd eine “Self Instructed Week” (=SI) Zuhause, wo du dir die thematischen Grundlagen selber beibringst und danach folgt eine “Teamwork Woche” (=TW) wo du das Erlernte in praxisorientierte Projekte umsetzt. Durchgehend begleiten dich Senior Developer, wenn du Fragen hast. Der Fokus ist aber ganz klar im Selberlernen. Ich würde raten, dass man von Anfang an ernst an das Thema heran geht. Man glaubt am Anfang eine Woche Zuhause und eine Woche im Team, das geht schon, aber Zeitmanagement ist hier ganz wichtig. Auch meine Freunde in der IT-Branche haben mir gesagt, dass man auch in seiner Freizeit programmieren muss. Das habe ich am Anfang nicht gemacht und deshalb bin ich etwas ins Wanken gekommen. Aber obwohl es stressig ist, macht es auch enorm viel Spaß. Ich habe mich in meinen vormaligen Berufen immer gelangweilt und das ist jetzt ein Beruf, der niemals langweilig wird. Natürlich man schreibt ähnliche Funktionen, aber man kann sich immer weiterbilden. Man muss sich halt gefasst machen, dass es nicht so wie in der Schule ist.

Ist das gut oder ist das eher schlecht?

Es ist anders – es gibt einfach keinen Frontalunterricht. Wir werden dazu angeleitet uns selber die Lösungen auf unsere Probleme und Arbeitsaufgaben zu suchen und das ist anfänglich ungewohnt und am Anfang braucht man oftmals mehr Unterstützung bei dieser Umgewöhnung. Aber auch genau das ist so wichtig. Als Developer lernt man nie aus und du musst dich ständig weiterbilden und gerade nach der Ausbildung ist das besonders bedeutend, weil danach musst du dir neue Technologien auch selber beibringen und eins ist gewiss: Das wird beim technischen Fortschritt notwendig sein.

Wie genau kann man sich die Ausbildung vorstellen: Wie oft und über welchen Zeitraum finden Kurse statt?

Die Kurse starten monatlich und es ist eine Vollzeit-Ausbildung. Durch den Mastery-based Learning Ansatz von Codecool kannst du selber entscheiden wie schnell du mit der Ausbildung fertig bist. Generell dauert sie ca. ein Jahr. Ich zum Beispiel brauche vielleicht etwas länger, aber manche haben ein schnelleres Tempo und überspringen Wochen und werden dadurch auch rascher fertig. Es passt sich individuell an deinen Lernfortschritt an. Man muss jedoch schon zwischen 30 und 60 Stunden in der Woche aufwenden. Es kommt natürlich auf viele Variablen an: Wie alt ist man? Wie lange ist die letzte Schulerfahrung her? Hat man im vorigen Beruf viel Lernen müssen? Es gibt wie gesagt viele Gründe, aber eins steht außer Frage: Man muss auf jeden Fall Eigenmotivation mitbringen…

Erfahrungen Codecool Derya

Was sind derzeit deine größten Herausforderungen?

Ganz klar die Eigenmotivation, aber auch, dass ich in letzter Zeit sehr oft krank war. Ich will es unbedingt in der Zeit schaffen, die ich mir selber vorgegeben habe. Und manchmal ist es hart, wenn du zwei Stunden nach einer Lösung suchst, da muss man lernen die Mit-Kollegen und Mentoren zu fragen, weil die finden dann oft den Fehler, den du vielleicht oftmals übersieht. Da ist Teamwork wirklich wichtig.

Was macht dir am meisten Spaß?

Am meisten Spaß machen mir die Präsentationen, die jeden 2. Freitag stattfinden, so genannte Demo Days. Bei Codecool lernst du nicht nur die wichtigsten Technologien oder Hard Skills, du lernst auch zukunftsorientierte Soft Skills, wie eben erfolgreich zu präsentieren. Aber auch das Programmieren selbst: Es gibt nichts schöneres, als wenn du an einem Problem sitzt und du findest die Lösung dafür. Das gibt dir wirklich ein gewisses Hoch. Genauso, wenn du deinen Teamkollegen helfen kannst.

Wann & Warum hast du dich entschieden dich im IT-Bereich weiterzubilden?

Genau wie schonmals erwähnt, durch die Pandemie und dem Input meines Freundeskreis. Ich hatte vor dem Kurs nicht wirklich Programmiervorkenntnisse.

Wie mutig! Was waren die ausschlaggebenden Argumente für einen Einstieg in die Tech-Branche?

Es gibt eigentlich viele Gründe, natürlich zum einen die Gehälter. Zum anderen das Remote-Arbeiten. Ich kann zukünftig Zuhause arbeiten oder im Urlaub, wenn ich möchte. Ich kann auch Programmiererin in jedem Land sein. Die Arbeitssprache ist Englisch, also kann ich überall wo ich will arbeiten. Das ist schön, denn dadurch wird dir eine gewisse Freiheit geschenkt.

Als Kehrseite hört man leider recht oft, zuletzt z.B. vom kalifornischen Unternehmen Activision Blizzard, Diskriminierungsvorschläge, ungleiche Bezahlung und sexuelle Belästigung gegenüber Frauen. Das ist einfach nur falsch, aber ich möchte auch, dass mehr Frauen im IT-Bereich arbeiten, damit solches Verhalten nicht weiter toleriert wird. Denn, wenn nur eine Frau mit 19 Programmierern arbeitet, dann ist das klar, dass sie viel Gegenwind bekommt, aber je mehr Frauen wir sind und je mehr wir geschlechtsspezifisch ausgeglichen sind, desto besser! Das ist auch ein großer Grund wieso ich in die IT-Branche will.

Hast du sonst weibliche Rollenvorbilder gehabt? Im Freundeskreis oder in den Medien wo du dir gedacht hast: “Sie kann es, ich kann das auch!”?

In meinem Freundeskreis sind alle Programmierer männlich. Es interessiert auch viele Freundinnen in meinem Freundeskreis nicht. Ich habe mich jedoch auch immer schon für Tech-Themen interessiert. Von Hardware bis zur Software. Es ist so wahnsinnig was wir alles heutzutage schon machen können. Und es ist ein schöner Gedanke Teil dieser digitalen Zukunft zu sein.

Wie glaubst du, wird sich Technologie generell auf die Arbeitswelt und unsere Arbeitsweise noch auswirken? Wie stehst du zur Automatisierung?

Dazu habe ich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite liebe ich es kontaktlos zu zahlen und nutze auch zum Beispiel Self-Check-out-Kassen regelmäßig. Auf der anderen Seite gehen natürlich Arbeitsplätze verloren. Aber ich nutze dieses Angebot auch, deswegen bin ich vielleicht Teil des Problems. Oder die Vorstellung von Elon Musk und seinem Tesla Bot klang etwas wie der nächste Sci-Fi-Horrorfilm. Zusammenfassend ist Technologiefortschritt unausweichlich und dieser Wandel birgt viele Vorteile. Als Programmiererin kannst du die Zukunft sogar mitgestalten. Und es wird immer Personen geben, die diese Programme überwachen müssen. Ja, es werden viele Jobs verschwinden. Aus diesem Grund ist eine Kontrolle so enorm wichtig, auch da (noch) Roboter keine Gefühle haben. Wenn ich noch ein kontroverses Beispiel anführen kann: in England haben sie vor ein zwei Jahren die Implantierung von Chips bei den Mitarbeitenden eines Unternehmens getestet. Einerseits sind wir sowieso schon gläserne Menschen durch unsere Handys, andererseits ist es Überwachung pur, obwohl es sicher auch praktisch sein kann. Der Fortschritt ist auf jeden Fall unaufhaltbar. Die Technik schreitet voran und das rasant.

Was erhoffst du dir durch Codecools Programmierausbildung?

Die Freiheit überall arbeiten zu können. Ich hoffe, dass mehr Frauen denken, Developer zu sein sei nicht nur ein Männerberuf. Technische Berufe können auch Frauen liegen und natürlich auch umgekehrt! Ich möchte als Vorbildrolle fungieren. Vielleicht liest das hier jemand und denkt sich: “Wenn die das kann, dann kann ich das auch!”. Früher hatte man ja auch die Vorstellung, dass Developer introvertierte Nerds sind, die die ganze Zeit im Keller sitzen. Aber das muss nicht immer so sein, meine Freunde erfüllen dieses Klischee nicht wirklich. Und auch viele denken noch immer, dass alle Frauen, die in der IT Arbeiten schüchtern und unscheinbar sind, sowie fettige Haare haben. Dem ist einfach nicht so. Heutzutage kann man den Berufsstamm “IT” nicht immer vom Aussehen ablesen und das ist gut so!

 

Mein absoluter Traum wäre Spieleentwicklerin zu werden. Ich würde sehr gerne in der Gaming Branche nach der Full Stack Developer Ausbildung durchstarten. Viele sagen zwar, dass die Industrie nicht gut bezahlt ist und wirklich einen stressigen Alltag hat, aber es wäre doch ein gewisser Traum, der in Erfüllung gehen würde. IT-Security finde ich auch sehr spannend.

 

Generell wünsche ich mir einfach einen Beruf, in dem ich mich ständig weiterentwickeln kann und soll und, dass mir nicht langweilig wird. Natürlich soll das Gehalt auch passen und ich wünsche mir schon auch eine gewisse Freiheit, die der Developer Job mit sich bringt. Die Sicherheit einen Job zu haben in der Zukunft,  ist für mich sogar etwas Selbstverständliches. Es gibt einen IT-Fachkräftemangel und Unternehmen suchen wirklich  nach Programmierer*innen.

Wieso glaubst du, dass digitale Hard Skills zu lernen so wichtig ist?

Die Zukunft ist einfach technisch. Das merken wir in unserem Alltag jetzt auch schon ganz stark. Selbst, wenn man nicht eine Coding Ausbildung macht oder Developer werden will, kann es nicht schaden, sich technisch auszukennen.

Wie wichtig sind deiner Meinung nach Soft Skills am Arbeitsmarkt?

Ganz wichtig. Wir lernen bei Codecool auch wie man miteinander zusammenarbeitet, effektives Feedback gibt und vieles weitere Skills. Jede Person ist einfach unterschiedlich und jedem liegt etwas anderes mehr. Hier bei Codecool wird man bei seinen eigenen Schwächen abgeholt und macht Stärken daraus. Das finde ich so super, du kannst die Soft Skills dann auch privat sehr gut anwenden. Miteinander reden ist das um & auf, aber man merkt e ganz stark, dass die Menschheit versucht besser miteinander zu kommunizieren..

Was ist dir wichtig an deinem zukünftigen Arbeitgeber?

Wichtig wäre mir ein Arbeitgeber, der offen kommuniziert und keine Aggressionsprobleme hat. Am besten keine*n altkonservative*n Chef*in. Generell soll einfach das Arbeitsklima passen. Man soll respektvoll miteinander umgehen. Flexibilität und freie Arbeitseinteilung ist mir auch sehr wichtig. Ich habe kein Problem am Wochenende zu arbeiten, aber natürlich sollte Mehrarbeit gerecht entlohnt werden. Nur allein Zeitausgleich in der IT Branche ist vielleicht nicht zielführend.

Wo siehst du dich in 5-10 Jahren in beruflicher Hinsicht?

Entweder im IT-Security oder Gaming Bereich. Nett wäre sicher auch ein gewisser Side-hussle nebenbei, so eine kleine Bäckerei zum Beispiel.

Wieso Codecool und keine andere Programmierschule?

Besonders ansprechend war die Dauer des Full Stack Programmierkurses (ca. ein Jahr) und auch der Technologie Stack, den man hier bei Codecool lernst. Und eure Studentrecruiterin Simone war beim Bewerbungsprozess super lieb.

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen? Ist Codecool so wie du es dir erwartet hast?

Nein, die Programmierausbildung hier ist ganz anders, als ich es erwartet habe. Aber ich bin positiv überrascht. Ich habe gedacht, dass es wie in der Schule ist. Damit meine ich zum Beispiel Frontalunterricht. Aber den gibt es nicht bei Codecool. Als der Schock einmal verflogen war, habe ich mich an das selbstständige Lernen und Recherchieren gewöhnt. Und die Mentoren sind ja auch immer für einen da und sind supernett. Das heißt sie geben Feedback und setzen auch wiederum das gegebene Feedback um. Man sieht, dass sie gerne Mentoren sind. Meine Gruppe ist auch superlieb, aber natürlich sind Projektarbeiten auch anstrengend, weil natürlich jeder in der Gruppe eine unterschiedliche Meinung und Herangehensweise hat. Es ist ein kunterbunter Haufen hier, mit unterschiedlichen Altersgruppen und beruflichen Backgrounds, Frauen und Männer. Ich bin aber auch positiv überrascht, dass hier auch viele Frauen dabei sind. In meiner Gruppe sind wir sogar 4 Frauen und 2 Männer. Das finde ich wirklich super, auch, dass ich mich für das CoderGirl Stipendium qualifiziert habe und nun kostenlos Programmieren lernen kann.

Was würdest du den Personen sagen, die mit dem Gedanken spielen sich bei Codecool zu bewerben?

Mach es – Du sollst es nur nicht unterschätzen! Egal, ob du 18 oder schon 40 Jahre alt bist – Meine Oma würde sagen: “Du bist e noch jung. Mach was du willst, was hält dich denn auf?!”

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